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Nächste Woche ist es soweit: Die IHK-Abschlussprüfung Winter 2015/2016 wird am 24.11. und am 25.11.2015 in der ganzen Bundesrepublik zur gleichen Zeit durchgeführt. Bei vielen Prüflingen macht sich kurz vorher die Prüfungsangst bemerkbar. Aber das muss nicht sein: Mit cleveren Strategien kommst Du gut durch die Prüfung!

Du hast Dich gut auf den Stoff vorbereitet? Das ist ja schon mal die halbe Miete. Nun aber zur Bearbeitungsstrategie, denn die ist ein wesentlicher Bestandteil, um den Prüfungsanforderungen gerecht zu werden.

Die Arbeitsmittel

2015_1119_321 Abschlusspruefung 0Informiere Dich frühzeitig, welche Arbeitsmittel in der Prüfung benötigt werden bzw. auch zugelassen sind. In den meisten kaufmännischen Berufen ist außer Schreibmaterial, Taschenrechner und Lineal nichts zugelassen.

Das solltest Du dabei haben:

– 2 – 3 (funktionierende) Kugelschreiber, Faserschreiber oder Füllfederhalter, mit blau- oder schwarzschreibender Miene
– 1 x Lineal 30 cm, 1 x kürzeres Lineal
– Taschenrechner mit Batterieunterstützung (keine „überdimensionierten“ Geräte, keine Geräte mit hochstellbarem Display und keine programmierbaren Geräte)
– Kleine Post It-Marker, z. B. blau und gelb (ich erkläre nachher gleich, warum)
– Armbanduhr, kleine Digitale Uhr
– Alle Arbeitsmittel, die auf Deiner offiziellen Einladung aufgeführt sind

Das ist nicht zugelassen:

– Handy oder Smartphone oder Tablet
– Smart-Watch oder Apple-Watch, weil programmierbar
– Wörterbücher (es sei denn, es wurde eine Ausnahmegenehmigung der IHK erteilt)
– Fachbücher, Nachschlagewerke
– Rot oder grün schreibende Stifte
– Radierbare oder mehrfach löschbare Stifte

Ein Taschenrechner soll dabei sein. Nicht programmierbar, versteht sich. Achte bei solarbetriebenen Taschenrechnern darauf, dass sie ggf. eine Batterieunterstützung haben. Denn in dunklen Räumen funktionieren viele davon nicht! Idealerweise hast Du einen zweiten Rechner dabei.

Lineal – am besten zwei: ein kleines und ein großes Lineal sind zweckmäßig. Zum einen kannst Du damit Deine Ergebnisse unterstreichen (also optisch abheben, damit der Blick der Prüfer bei der Korrektur gleich auf das Endergebnis gelenkt wird) und zum anderen kannst Du Dir das Lesen möglicher Tabellen erleichtern, in dem Du die Lineale im rechten Winkel zueinander anlegst: eines für die Spalte, eines für die Zeile.

Eine kleine Uhr (kein Wecker!!!), die Du vor Dir ablegst. Somit hast Du die Zeit immer im Blick, denn Du weißt ja nicht, wo im Raum sichtbar eine Uhr hängt. Kleiner Tipp: Notiere Dir auf einem kleinen Zettel neben der Uhr die Abgabezeit, die die Prüfer zu Beginn nennen. Das vermittelt Dir jederzeit das Gefühl, die Zeit selbst im Griff zu haben.

Wenn Du nicht ganz sicher bist, sieh doch einfach mal auf der Einladung nach. Oft steht dort drauf, welche Arbeitsmittel Du mitnehmen darfst.

Zeitkiller überlisten

2014_08_Uhr bearbeitetScheinbar unlösbare Aufgaben, die man mehrfach liest und immer noch nicht versteht, rauben Zeit und Nerven. „Aber das muss ich doch können“ baut Druck auf und stiehlt Dir wertvolle Minuten, die Du lieber in Aufgaben investieren solltest, die Dir leicht von der Hand gehen.

Lies die komplette Aufgabe (wenn sie zusammenhängend ist) einmal durch. Bei den Multiple Choice-Aufgaben (das sind die zum Ankreuzen) lies die Aufgabe und alle Antworten einmal durch.

Aufgaben, die Du sofort und ohne zu zögern lösen kannst, brauchst Du nicht markieren. Aufgaben, für die Du etwas mehr Zeit zum Überlegen brauchst, versiehst Du mit einem Post-It-Marker – such Dir hier eine bestimmte Farbe dafür aus. Wir entscheiden uns hier einmal für „GRÜN“, okay? Grün steht für Zuversicht, für Neutralität und für Inspiration.

Fragen, die Dir auf Anhieb sehr schwer zu fallen scheinen, markierst Du mit einer anderen Farbe. Aber stopp: Nimm nicht rot! Rot ist eine Signal- und Warnfarbe. Je mehr „ROT“ Du dann zum Ende siehst, umso bedrängter fühlst Du Dich!

Nimm auch eine kommunikative Farbe, z. B. gelb. Gelb ist anregend, schwerelos, stimulierend, und hell. Fühle Dich also angeregt, die Aufgaben doch noch zu „knacken“!

2015_1119_321 Abschlussprüfung 5Löse zunächst die Aufgaben, die Du nicht markiert hast und die Dir leicht fallen. Alle markierten überspringst Du zunächst und kehrst am Ende wieder zurück. Nimm Dir hier zuerst die „Grünen“ vor. Denke dabei zuversichtlich daran, dass Du diese Aufgaben nun lösen kannst. Die Marker nimmst Du natürlich nach der Lösung ab – klebe sie neben Dich auf den Tisch und Du siehst, wie viel Du schon geschafft hast!

Nun nimm Dir die „Gelben“ Aufgaben vor. Gleiches Spiel: Nach der Lösung Marker ablösen.

Du wirst sehen, Dein Zeitmanagement in der Prüfung verbessert sich zusehends. Und am Ende hast Du bestimmt noch Zeit übrig. So ist zumindest die Erfahrung all meiner Prüflinge bisher – Warum nicht auch bei Dir?!?

Der Teufel steckt im Detail

Der Teufel ist oft im Detail versteckt und kleine Wörter können Dir schnell die falsche Antwort entlocken. Ein kleines Beispiel für Dich:

„Welche Maßnahmen tragen nicht dazu bei, den Müll im Unternehmen zu reduzieren?“

Zur Auswahl stehen dann folgende Möglichkeiten:

  1. Recycling von Lasertoner-Kartuschen
  2. Umstellung auf Einweg-Geschirr in der Betriebskantine
  3. Verwendung von Mehrweg-Verpackungen im Versand
  4. Abschaffung der Mülltrennung und vermehrte Nutzung der Restmülltonne

Logo – Nummer 2 und 4 sind die richtigen Lösungen. Ist doch kein Problem, meinst Du?

Nur dann, wenn Du auch das kleine Wörtchen NICHT in der Frage entdeckt hast. In der Aufregung ist es sehr schnell passiert, dass Du über dieses Detail stolperst.

Welche Auswirkungen hat dies für Dich? Die Frage ist komplett falsch beantwortet und bringt Punkteabzug, so in etwa 2 bis 4 Punkte, je nach Prüfungsfach. Mensch, ärgere Dich nicht – zu spät dafür!

Also: Genau lesen und auf Details achten!!!

Wer lesen kann…

2015_1119_321 Abschlusspruefung 1Das richtige Lesen ist in der Prüfung wichtig – und kann erlernt werden! Die meisten Prüflinge blättern sofort zur ersten Aufgabe und legen los – Fatal!!!

Beginne immer am Anfang der Prüfungsaufgabe – und zwar wirklich: GANZ VORNE!!!

Hast Du die Unternehmensbeschreibung gesehen? Ja? Sehr gut!

Dort findest Du wichtige Informationen, die Du während der Bearbeitung aller Aufgaben benötigst. Ein großer Zeitkiller ist, dass die Prüflinge immer lange überlegen und nach Informationen suchen, die GANZ VORNE stehen 😉 . Du solltest immer wieder während der Prüfung dorthin zurückblättern, wenn Dir bei einer Aufgabenstellung Informationen fehlen.

2015_1119_321 Abschlusspruefung 2Noch mehr Infos enthalten die einleitenden Situationen. Auch das „sparen“ sich die meisten Prüflinge, zu lesen. Sehr unklug, wie wir finden… Denn in der einleitenden Beschreibung der Handlungsaufgabe stehen wichtige Hinweise für Dich, die Du zur optimalen Lösung der Fragestellung benötigst.

Neben GANZ VORNE können auch GANZ HINTEN in der Prüfung bedeutende Anhaltspunkte enthalten sein: Die Anlagen.

Immer wieder wird auf die sog. Anlagen verwiesen, meist sogar in Fettschrift. Zeitkiller sind das „Überfliegen“ der Anlagen zur jeweiligen Aufgabenstellungen. Meist handelt es sich um Dokumente, die man auch von oben bis unten genau studieren sollte. Nicht immer wird ständig auf die Anlage verwiesen. Manchmal musst Du einfach nochmal dorthin blättern, um für die nächste Fragestellung mögliche Lösungsansätze zu finden.

Unsere Tipps:

– Markiere wichtige Informationen in der Unternehmensbeschreibung, in der einleitenden Situation und in der Fragestellung.
– Nutze immer das gleich Markiersystem, z. B. „blau“ für Zahlen/Daten, „grün“ für bestimmte Schlüsselwörter wie „nicht“. Übe das System aber schon beim Lernen vor der Prüfung, damit Du auch in der Prüfung damit gut zurechtkommst.
-Prüfe immer, ob bei Deinem Aufgabensatz auch Anlagen dabei sind. Fehlen diese, melde Dich sofort bei der Prüfungsaufsicht.
– Lies immer zunächst die gesamte Aufgabenstellung z. B. der Frage 1 durch. Die Fragen bauen aufeinander auf.

Du hast noch weitere Ideen? Dann her damit! Wir freuen uns auf Deine Anregungen!

2015_1119_321 AbschlussprüfungWir wünschen Dir viel Glück und Erfolg in der Abschlussprüfung!