Home > Blog > Messebesuch der Fachpack 2015

Die FachPack in Nürnberg ist eine große, europäische Messe für Verpackung, Verpackungstechnik, Veredelung und Logistiksysteme. Weit mehr als 1.500 Aussteller präsentieren ihre Neuheiten, Innovationen und auch ihr bewährtes Angebot. Mehrere tausende Entscheider informieren sich über neue Trends in der gesamten Prozesskette der Verpackung. Viele Sonderschauen und Foren ergänzen das umfangreiche Angebot.

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Eine Theke komplett aus Wellpappe – schön in der Optik und sehr stabil

Am vergangenen Mittwoch war ich mit meinen beiden Spediteurs-Klassen in Nürnberg bei der FachPack 2015. Der Fokus lag in diesem Jahr bei „Kennzeichnen & Etikettieren“. Interessant ist die Messe nicht nur für Entscheider, sondern auch für Azubis aus Lagerlogistik, Spedition und Verpackungsindustrie. Nicht alle Betriebe verfügen über die gleiche Technik. Und bei so einer Messe kann man sehen, welche Verpackungsmaterialien eingesetzt werden, welche Materialien auch Pflicht sind und welche Technik in den verschiedenen Branchen eingesetzt wird.

Mein Kollege, der mich begleitete, war erstaunt, wie viel KnowHow eingebracht werden muss, bis ein Produkt im Supermarkt-Regal ankommt. Am Anfang steht die Auswahl der gesetzlich vorgeschriebenen Verpackungen (z. B. Gefahrgut) oder die Einhaltung von hygienischen Aspekten im Bereich der Lebensmittelindustrie. Und wenn es verpackt ist, ist noch lange nicht Schluss: Alles muss nach bestimmten Regeln beschriftet, gekennzeichnet und/oder etikettiert sein.

Kennzeichnen & Etikettieren – was steckt dahinter?

Vorschriften und Regeln bestimmen, welche Güter wie, wo und in welcher Form beschriftet und etikettiert werden müssen.

Ich nehme einmal das Beispiel „Gefahrstoff“: Schon auf einer Flasche Reinigungsmittel findest Du jede Menge Symbole, Sicherheits- und Gesundheitshinweise und Anwendungsempfehlungen. All das muss ja irgendwie auf die Flasche kommen. Und es soll ja auch noch schön aussehen, damit wir Verbraucher das Produkt auch kaufen. Das nennt man heute „Packaging Design“ oder „Nice Labeling“.

2015_1002_Fachpack Nbg 2Aber auch die Transportverpackung muss gekennzeichnet werden. Bleiben wir bei den Reinigungsmitteln: Nicht nur auf der Flasche findet man Hinweise auf gefährliche Inhalte, auch die Schachtel, in der die Flaschen transportiert werden, muss mit Gefahrenhinweisen versehen sein. Und natürlich auch das gesamte Packstück, also wenn mehrere Schachteln auf einer Palette transportiert werden.

Für all diese Kennzeichnungs- und Etikettierprozesse werden viele verschiedene Komponenten benötigt: von der Tinte für das Bedrucken von Schraubverschlüssen bis hin zu vollautomatischen Maschinen, die die Etiketten automatisch auf der Flasche oder dem Paket anbringen.

Und was war nun der Lerninhalt für die Speditionskaufleute?

Mehrere Ansätze waren für den interessierten, angehenden (Speditions)Kaufmann zu sehen:

  • 2015_1002_Fachpack Nbg 4Welche Technik bestimmt unsere Zukunft, auch im Logistikbereich?
  • Welche Verpackungsmaterialien und Ladehilfsmittel liegen im Trend?
  • Wie leicht und stabil sind die Ladehilfsmittel der Zukunft und wie wirkt sich das auf die Lastenverteilung im Transportmittel aus?
  • Wie kann kreatives, ansprechendes Verpackungsdesign den Verkaufserfolg erhöhen?
  • Gutes und schlechtes Marketing bei Infoständen.

Technik, die begeistert…

2015_1002_Fachpack Nbg 5Äußerst spannend fanden wir alle die Technik, die die Verpackungsindustrie einsetzt. Portionierer, Blistermaschinen, Umreifungs- und Folientechnik, voll- und halbautomatische Abfüllanlagen für Flüssigkeiten oder feste Stoffe. Viele dieser Maschinen gibt es natürlich schon lange Zeit, jedoch wird die Technik immer ausgefeilter und warenschonender.

Am meisten faszinierte die zunehmende Roboter-Technik. Leise, schnell und unermüdlich picken (= kommissionieren) und packen die Roboter Kleinstteile, große und mittlere Teile. Die Palettenbestückung läuft wie von Geisterhand. Präzise und warenschonend setzt z. B. „Kuka“ Schachteln wie bei einem 3D-Puzzle aufeinander.

… und auch ein bisschen Angst macht

Die zunehmende Automatisierung der Logistikprozesse „frisst“ natürlich auch Arbeitsplätze für an- und ungelernte Arbeitskräfte. Also hast Du sicher alles richtig gemacht – eine Ausbildung in einem anerkannten Beruf.

2015_1002_Fachpack Nbg 3Und wenn Du noch Schüler bist, denke daran, Hilfsjobs wie abfüllen, verpacken, sortieren, ein- und auslagern und versenden werden künftig andere übernehmen: Die Roboter.

Also, lerne für Dich und für’s Leben und nicht für Deine Lehrer, Eltern oder Freunde!