Home > Blog > Vorsicht Rutschgefahr! Die Probezeit und ihre Tücken

Am Anfang der Ausbildung steht die Probezeit: Passt der Beruf zu Dir? Passt Dein Ausbildungsbetrieb zu Dir? Kommst Du mit den Anforderungen zurecht? Auch für Deinen Ausbildungsbetrieb hat die Probezeit eine wichtige Bedeutung. Zwischen einem und vier Monaten dauert diese Zeit, in der Du den Betrieb kennen lernen kannst. Und in der Dich Dein Ausbilder auf Herz und Nieren testen wird.

Wo steht‘s geschrieben?

2015_0901_Probezeit 1Die Probezeit ist gesetzlich vorgeschrieben. Als Grundlage für Deine Ausbildung gilt das Berufsbildungsgesetz (BBiG). Im Ausbildungsvertrag wird die Probezeit festgelegt, die zwischen mindestens einem Monat und maximal vier Monaten liegt.

Dein Betrieb kann die Probezeit mit Dir verkürzen, wenn Du gute Leistungen erbringst. Es ist jedoch freiwillig, Du solltest also nicht darauf bestehen. Eine Verlängerung der Probezeit ist hingegen nicht möglich. Nur wenn Du während dieser Zeit sehr lange krank warst, kann Dein Betrieb bei der zuständigen Kammer eine Verlängerung schriftlich beantragen.

Was beurteilen Deine Ausbilder während der Probezeit?

2015_0910_Probezeit 3Deine Ausbilder werden Dich genau beobachten und werden auf bestimmte Dinge achten. Darum ist es wichtig, dass Du während dieser Zeit sehr konzentriert mitarbeitest und Deine Motivation zeigst.

  • Zeigst Du Interesse am Betrieb und an Deinen Aufgaben?
  • Fragst Du nach und zeigst Du Eigeninitiative?
  • Wie ist Dein Verhalten im Team? Wie gehst Du mit Kunden um?
  • Hast Du Durchhaltevermögen und bist Du leistungsbereit?
  • Bist Du geistig und körperlich für den Beruf geeignet?
  • Wie läuft‘s in der Berufsschule?

Und wenn’s nicht läuft?

Wenn es für Dich und/oder den Ausbildungsbetrieb nicht gut läuft, ist es besser, getrennte Wege zu gehen. Während der Probezeit kannst Du ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist jederzeit ohne Angaben von Gründen kündigen. Wichtig ist, dass Du es schriftlich machst.

Das Gleiche gilt allerdings für Deinen Ausbildungsbetrieb. Das heißt, von heute auf morgen ist es möglich, dass Du ohne Ausbildungsplatz dastehst.

stamp-835569_1280Es ist zwar festgelegt, dass man keine Gründe angeben muss. Ich empfehle Dir aber, dass Du Deinem Ausbildungsbetrieb offen und ehrlich sagst, warum Du kündigen möchtest. Nur so gibst Du Deinem Betrieb auch die Chance, künftig etwas, das Dir nicht gefallen hat, zu verbessern.

Oder offen und ehrlich zu sagen, dass es falsche Beruf für Dich war. Du, das ist eine starke Charaktereigenschaft: Eingestehen, dass man eine falsche Entscheidung getroffen hat. Nur Mut! Vielleicht hilft Dir ja Dein Betrieb und gibt Dir Hinweise, in welche Richtung Du Dich entwickeln könntest.

Wenn Dein Ausbildungsbetrieb Dir kündigt, frage nach den Gründen. Ein guter Betrieb wird mit offenen Karten spielen und Dir Verbesserungsvorschläge mit auf den Weg geben. Nimm dieses Feedback an, als wäre es ein Geschenk. Nicht beleidigt sein, sondern selbstkritisch die Punkte aufarbeiten und künftig besser machen.

Vorsicht Rutschgefahr! So vergeigst Du die Probezeit ganz sicher

Diese Verhaltensweisen sind absolute No Go’s in der Probezeit und Du solltest sie unbedingt vermeiden. Sonst sitzt Du schneller auf dem Schleudersitz als Du denkst. Vermeide also diese Fehler:

  • Desinteresse und schlechte Arbeitsleistung
  • Unpünktlichkeit und Fehlzeiten
  • Urlaubswünsche und vorteilhafte Gleitzeitregelungen ausnutzen
  • Dienstwege ignorieren und Betriebsordnung missachten
  • Loses Mundwerk und Hierarchien nicht beachten

Und so läuft’s rund in der Probezeit

Du hast ja oben schon gelesen, auf welche Punkte Dein Ausbildungsbetrieb insbesondere achtet. Also solltest Du einige kleine Tricks beachten.

  • Frage viel nach und fertige Notizen an!2015_0817_Tueroeffner im Job 4
    Lies hierzu gerne auch unseren Beitrag „Wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm“.
  • Sei freundlich, hilfsbereit und aufmerksam.
    In unserem Beitrag „Türöffner im Job“ findest Du viele Anregungen für einen perfekten Start in die Berufswelt.
  • Sei pünktlich zu Beginn und nach den Pausen, bestehe nicht auf „Punkt 5-Feierabend“.
    Neben Pünktlichkeit zu Arbeitsbeginn solltest Du natürlich auch ausgeschlafen sein. Ständige Kurzerkrankungen sind im Übrigen auch nicht förderlich.
  • Passe Dich den Gegebenheiten in der Firma an.
    Kleide Dich entsprechend, halte Dich an die Betriebsordnung und halte Dich zunächst mit Ratschlägen und Verbesserungsvorschlägen zurück.

Wir hoffen, Du kommst mit unseren Hinweisen sicher durch die Probezeit! Viel Erfolg!