Home > Blog > Style-Guide zum Ausbildungsstart

Bei der Kleidung kann so Einiges schief gehen, das habe ich selbst als Ausbilderin oft erlebt: Sei es die Jogginghose, die Fetzen-Jeans, das bauchfreie und knallenge Top, der viel zu kurze (oder enge) Rock, die bequemsten (und schmutzigsten, ausgelatschtesten) Schuhe – die Liste der „Style-Sünden“ des ersten Ausbildungstages ließe sich noch beliebig fortführen.

Denke daran: Du bist nicht mehr in der Schule, in der Du bisher Deinen persönlichen Stil meist uneingeschränkt ausleben durftest. Das ist nun Deiner Freizeit vorbehalten.

 Im Büro

2015_0820_StyleGuide 1Tja – „Büro“ ist ja ein sehr weitläufig gefasster Begriff. Im Büro einer Bank bist Du sicher anders gekleidet als in einer flippigen Werbeagentur.

Mein Tipp:
Erkundige Dich am besten vorher, welche Kleidung in Deinem Betrieb angemessen ist. Ich bin mir sicher, Du warst bereits beim Vorstellungsgespräch so aufmerksam und hast Dich umgesehen, welcher Kleidungsstil im Hause gepflegt wird. Oder Du hast Deinen Ausbildungsbetrieb vor dem Start persönlich besucht: Auch hier lohnt sich ein genauer Blick auf die künftigen Kollegen.

Was geht gar nicht?

2015_0820_StyleGuide 2Absolut ungeeignet im Büro sind mega-knappe Hotpants oder Super-Minis sowie Kleider, die wie eine zweite Haut sitzen. Bauchfrei oder extrem tiefe Ausschnitte solltest Du auch nur in der Freizeit nutzen. Das ist Freizeit- oder Club-Look, liebe Mädels, und kann gerne privat getragen werden.

Pass‘ bitte auch auf mit extrem eng sitzenden Hosen: Stichwort „Cameltoe“ – kein schöner Anblick…

Liebe Jungs, Eure Style-Sünden sind weiße Socken zu Anzügen, Jogginganzüge oder eine extrem niedrig geschnittene Jeans, die die Unterhose am Bund zeigen oder – noch schlimmer – das berühmte „Maurer-Dekolleté“ offenbaren.

Motto-Shirts mit Sprüchen („Langweilst Du Dich auch so wie ich“ oder „Bitte nicht schubsen. Ich hab einen Joghurt im Rucksack“) solltest Du auch lieber in Deiner Freizeit tragen – das gilt für beide Geschlechter.

Vorher einen Blick in den Spiegel werfen schadet übrigens auch nicht.

Was habe ich mit meinen Azubis gemacht, wenn der Style nicht passte? Mit unkonventionellen, aber einprägsamen Methoden:

Einer meiner Azubis durfte sich am ersten Tag vor den Spiegel stellen und mir die Frage beantworten: „Was denkt unser Kunde, wenn er das Büro betritt und Dich so sieht?“. Diese Denksportaufgabe endete für den jungen Mann mit hochrotem Kopf – und am nächsten Tage mit geordneter Kleidung.

Eine Azubine habe ich an ihrem ersten Tag ins Auto gepackt und wir fuhren zu ihr nach Hause – den Kleiderschrank inspizieren. Dieses Erlebnis endete für die Mutter (!!!) mit hochrotem Kopf und der Entschuldigung, künftig besser darauf zu achten, wie sie ihre Tochter zur Arbeit schickt.

Einfach hast Du es, wenn Du Arbeits- oder Berufskleidung tragen darfst oder sogar musst. Das ist z. B. im Lebensmittel-Einzelhandel, in Hotel und Gastronomie, im Lager- und Logistikbereich oder im Gesundheitswesen der Fall.

Warum ist das so mit der Arbeitskleidung?

2015_0820_StyleGuide 3Im Gesundheitswesen und in der Lebensmittelbe- und –verarbeitung dient die Arbeitskleidung der Hygiene. Meist wird diese auch täglich gewechselt und teils auch von professionellen Wäschereien gereinigt. Für „heiße“ Berufe gibt es Hitze- und Flammschutzkleidung oder antistatische Kleidung für „elektrisierende“ Jobs.

Daneben gibt es teils spezielles Schuhwerk, beispielsweise Schuhe mit Stahlkappen im Lagerbereich oder mit speziellen Sohlen für hygienisch anspruchsvolle Bereiche.

Oft wirst Du schon vorab zu einer „Anprobe“ einbestellt, damit Du gleich am ersten Tag hineinschlüpfen kannst.

Kopfbedeckungen

Ach ja, und der Kopf „friert“ ja häufig aus modischen Gründen auch zur Sommerzeit. Ich gehe schwer davon aus, dass Dein Betrieb über ein Dach verfügt und es auch nicht hineinregnet. Also, runter mit der Kappe und den Beanies.

Ausnahmen gibt es natürlich, aus religiösen Gründen oder wenn Du im Freien arbeitest oder aus Sicherheitsgründen einen Kopfschutz tragen musst. Aber das klärst Du natürlich, clever wie Du bist, bereits vorab, oder?

Die Schminke und Klimm-Bimm

2015_0820_StyleGuide 4Mädels, die Schminke ist auch so ein Thema: Weniger ist mehr! Der Glamour-Look mit Smokey Eyes ist während der Arbeitszeit unangebracht. Stell Dir vor, das geht schief? Dann wirst Du unter Umständen von Deinem Ausbildungsbeauftragten zum Gesundheitscheck oder zur Drogenberatung geschickt?!?

Das gleiche gilt für Schmuck: viel Klimm-Bimm lässt Dich wie einen Weihnachtsbaum wirken. Auch beim Schmuck gilt: Weniger ist mehr.

Oder wirst Du etwa zum Papagei oder zum Goldengel ausgebildet? Dann ist natürlich viel Maske & Geklimper erlaubt 😉

 

Du hast selbst Erlebnisse mit Style-Sünden gemacht? Erzähle uns von Deinen Erfahrungen! Wir freuen uns auf Deinen Beitrag.